Patenprojekt als Chance für Jugendliche
Ems-Zeitung, 25. Januar 2012
Freuen sich auf den Start des Patenprojektes: Carsten Röttgers (Wirtschaftsforum), Dr. Thomas Südbeck
und Andrea Helmer (beide HÖB), Schirmherr Jan Peter Bechtluft (Bürgermeister Stadt Papenburg),
Stefanie Krieger (DRK-Integrationsberaterin) und Frank Merz (Wirtschaftsforum).
Foto: Holger Hartwig
| hh Papenburg. Das Wirtschaftsforum Papenburg setzt einen neuen Akzent in der Förderung von Jugendlichen auf dem Weg in das Berufsleben. Mit dem Schuljahresbeginn 2012/13 sollen rund 35 Kinder der 8. Klasse Ausbildungspaten an die Seite gestellt werden, die dem Nachwuchs beim Übergang von der Schule in die Arbeitswelt und bei der Suche nach einem für sie geeigneten Ausbildungsplatz zur Seite stehen sollen. Frank Merz, Vorsitzender des Wirtschaftsforums, machte am Dienstag bei einem Pressegespräch deutlich, welche Ziele das zunächst auf zwei Jahre angelegte Projekt haben soll. „Vertreter unserer Mitgliedsunternehmen sollen sich mit professioneller Unterstützung der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte (HÖB) und dem Integrationsdienst des DRK Emsland ehrenamtlich einbringen, um jungen Menschen über zwei Jahre aktiv beim Einstieg in die Ausbildung zu helfen.“ Dabei werde viel Wert darauf gelegt, dass die Paten gut auf ihre Aufgabe vorbereitet würden. Vorgesehen sind so ein Tagesseminar mit sozialpädagogischen Inhalten und vierteljährliche Treffen zum Erfahrungsaustausch im Umgang mit den Jugendlichen und aus dem Zusammenspiel mit den Eltern. Als Pate könnten sich zudem auch Interessierte engagieren, die nicht mehr als Führungskräfte im Berufsleben aktiv sind. Die Verantwortlichen sehen das Projekt nicht als „Lückenbüßer“ für Schwächen der schulischen Ausbildung oder in den Elternhäusern. Carsten Röttgers, Vorstandsmitglied des Wirtschaftsforums: „Es gibt viele Jugendliche mit Talenten. Diese Talente müssen wir wecken, indem wir praktische Hilfe bei der Berufsorientierung leisten.“ Dabei sei es sicher auch von Vorteil, dass die jungen Menschen durch das Netzwerk der Papenburger Unternehmen auch die Möglichkeit bekommen würden, in verschiedene Branchen „mal einen Tag hineinzuschnuppern“. |
Schirmherr Jan Peter Bechtluft sieht in dem Projekt die Chance, dass „kein junger Mensch in Zeiten des demografischen Wandels mit seinen Fähigkeiten verloren geht“. Das Projekt biete für die Schüler wie auch für die Unternehmen eine große Chance. Auch vonseiten der Stadt Papenburg würden sich Mitarbeiter als Paten engagieren, so Bechtluft. Neben der Vorbereitung der Paten für das Projekt startet in den kommenden Wochen auch das Auswahlverfahren der Jugendlichen. Daran beteiligt werden 15 Schulklassen der Michaelschule, der Heinrich-von-Kleist-Oberschule, der Heinrich-Middendorf-Schule und der Pestalozzischule. Röttgers: „Die Jugendlichen müssen sich für eine Patenschaft bewerben, und zusammen mit den Lehrern wird dann eine Auswahl getroffen.“ Finanziert wird das rund 35000 Euro teure Projekt, das es beispielsweise in Oldenburg seit sieben Jahren in dieser Form gibt, je zu einem Drittel aus Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie durch Sponsoring der Sparkasse Emsland und der Stiftung der Ostfriesischen Volksbank, die die Volksbank in Papenburg betreibt. Alle Beteiligten hoffen, dass das Patenprojekt zu einer dauerhaften Institution in Papenburg wird. Merz:. „Ich gehe davon aus, dass wir am Ende eine hundertprozentige Erfolgsquote bei den jungen Menschen haben werden.“ Interessierte lädt das Wirtschaftsforum zu einem Infoabend am kommenden Mittwoch, 1. Februar, ab 19.30 Uhr in die HÖB ein. Holger Hartwig |



